Zur Vorstellung des Impulspapiers „Sichere Soziale Medien“, das er als Mitinitiator unterzeichnet hat, erklärt der Braunschweiger Bundestagsabgeordnete und gesundheitspolitische Sprecher der SPD Bundestagsfraktion, Dr. Christos Pantazis:
„Soziale Medien sind längst ein zentraler Teil unserer Lebenswirklichkeit. Sie ermöglichen Teilhabe und Austausch – zugleich erleben wir, dass ihre Geschäftsmodelle gezielt auf maximale Aufmerksamkeit und Verweildauer ausgerichtet sind. Besonders Kinder und Jugendliche sind den daraus resultierenden Suchtmechanismen, psychischen Belastungen und algorithmisch verstärkten Risiken schutzlos ausgesetzt. Das ist nicht hinnehmbar.“
Pantazis betont seine persönliche Motivation:
„Viele Eltern aus meinem Wahlkreis Braunschweig haben mich in den vergangenen Monaten direkt angesprochen und eindringlich geschildert, wie sehr ihre Kinder unter den Dynamiken sozialer Medien leiden – durch Abhängigkeit, sozialen Druck und permanente Überforderung. Diese Gespräche haben auch bei mir zu einem klaren Lernprozess geführt. Heute bin ich überzeugt: Wir brauchen klare, verbindliche und altersgerechte Schutzregeln.“
Als Mitinitiator habe er sich daher intensiv in die Erarbeitung des Impulspapiers eingebracht, das inzwischen breite Unterstützung in Fraktion und Partei gefunden habe. Ziel sei ein wirksamer, differenzierter und verhältnismäßiger Schutz junger Menschen.
Kernpunkte des Vorschlags sind:
„Kinder bis 14 Jahre sollen soziale Medien künftig nicht mehr nutzen dürfen. Plattformanbieter werden verpflichtet, den Zugang technisch wirksam zu unterbinden. Der Schutz von Kindern muss Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben.“
„Für Jugendliche bis 16 Jahre schaffen wir verpflichtende Jugendversionen der Plattformen – ohne algorithmische Feeds, ohne personalisierte Inhalte und ohne suchtverstärkende Funktionen wie Endlos Scrollen oder Push Benachrichtigungen. Zugang erhält nur, wer durch die Erziehungsberechtigten sicher verifiziert wurde.“
„Auch für Jugendliche ab 16 Jahren und für Erwachsene gilt künftig ein klarer Grundsatz: Algorithmische Empfehlungssysteme dürfen nicht länger voreingestellt sein. Sie müssen standardmäßig deaktiviert sein und dürfen nur nach bewusster und informierter Entscheidung aktiviert werden.“
Die technische Grundlage bildet eine sichere und datensparsame Altersverifikation über die europäische EUDI Wallet. Diese bestätigt lediglich das Alter, nicht die Identität, und schützt damit zugleich die Privatsphäre und die Anonymität im Netz.
Pantazis unterstreicht die gesundheitspolitische Dimension der Initiative:
„Als Gesundheitspolitiker sehe ich es als unsere Pflicht, Kinder und Jugendliche vor systemischen Gesundheitsrisiken zu schützen. Wir regulieren selbstverständlich Substanzen oder Produkte, die nachweislich gesundheitsschädlich sind. Gleiches muss für digitale Umgebungen gelten, deren Wirkmechanismen gezielt auf Sucht und maximale Bindung ausgerichtet sind.“
Abschließend erklärt Pantazis:
„Ich bin stolz, an diesem Impulspapier maßgeblich mitgewirkt zu haben. Es ist ein wichtiger Schritt, um den digitalen Raum wieder zu einem sicheren Entwicklungsraum für junge Menschen zu machen. Soziale Medien müssen wieder soziale Netzwerke sein – keine Manipulationsmaschinen.“
