„Extreme Hitze ist längst kein Ausnahmeereignis mehr. Sie ist eine reale Gefahr für Gesundheit und Leben. Gerade Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen müssen Orte sein, an denen Menschen auch bei extremer Hitze sicher versorgt werden können. Hitzeschutz ist deshalb kein Komfort, sondern Gesundheitsschutz und öffentliche Daseinsvorsorge.
Die vergangenen Hitzewellen zeigen, dass wir uns in Deutschland besser auf extreme Temperaturen vorbereiten müssen. Besonders gefährdet sind ältere und pflegebedürftige Menschen, chronisch Kranke, Menschen mit Behinderungen, Schwangere und Kinder. Gleichzeitig geraten gerade bei länger anhaltender Hitze diejenigen Einrichtungen unter besonderen Druck, die diese Menschen schützen und versorgen sollen.
Deshalb müssen wir Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen konsequent hitzeresilient machen. Dazu gehören verbindliche Hitzeschutzkonzepte ebenso wie Investitionen in Verschattung, sommerlichen Wärmeschutz, energetische Sanierung und – wo erforderlich – eine moderne und energieeffiziente Kühlung. Besonders sensible Bereiche wie Intensivstationen, Notaufnahmen und andere medizinisch kritische Versorgungsbereiche müssen auch während extremer Hitze sicher funktionieren können.
Das können Länder, Kommunen und die Träger der Einrichtungen nicht allein stemmen. Deshalb unterstütze ich ausdrücklich den Vorstoß von Bundesumweltminister Carsten Schneider, Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz zu verankern. Wir brauchen eine verlässliche Grundlage dafür, dass Bund und Länder gemeinsam dauerhaft in den Schutz unserer Bevölkerung und unserer sozialen Infrastruktur investieren können.
Es darf nicht von der Finanzkraft einer Kommune abhängen, ob ein Pflegeheim ausreichend vor Hitze geschützt ist. Und es darf nicht vom Wohnort abhängen, ob ein Patient im Krankenhaus auch während einer Hitzewelle unter sicheren Bedingungen behandelt werden kann.
Für uns als Sozialdemokratie ist klar: Hitzeschutz ist auch eine Frage sozialer Gerechtigkeit. Hitze trifft alle, aber sie trifft nicht alle gleich. Wer alt, krank, pflegebedürftig oder auf Unterstützung angewiesen ist, kann sich häufig nicht selbst ausreichend schützen. Ein handlungsfähiger Sozialstaat wartet deshalb nicht, bis aus Hitze eine gesundheitliche Krise wird. Er sorgt vor.
Wir sollten jetzt investieren, bevor wir später einen weitaus höheren gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Preis für das Nichthandeln bezahlen.“
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17.08.2026